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Bernhard
Gwiggner
Jahresthema
"Wolkenhaupt"
August 2026
Titel: „WolkenHaupt“ 2026
Technik: Kristallschädel, Kärcher-Pistole, Kabel, Stecker, Lametta,
Watte, Kunststoff, Rettungsdecke, Wachskerzen, Feuerzeug
h: 115 cm, b: 50 cm, t: 40 cm,
Rettungsdecke: 210 x 160 cm

Beschreibung: Ich habe das Jahresthema wörtlich genommen und das
entstandene Objekt von der künstlichen Intelligenz LumoAI interpretieren
lassen:
WolkenHaupt
Das Motiv
Eine Kärcher-Pistole durchstößt einen
vermeintlich diamantenbesetzten Schädel. Aus dem Lauf entspringen rote
Luftgirlanden, aus dem umgedrehten Totenkopf wächst ein miniaturisierter
Atompilz aus Watte.

Die Illusion der Reinheit
Kärcher steht für Sauberkeit und
deutsches Qualitätsversprechen. Doch die Pistole ist nicht mit Wasser
verbunden, sondern mit einer elektrischen Steckdose. Keine Reinigung findet
statt – stattdessen Strom als Treibmittel. Die Reinigungswaffe wird zur
Zerstörungsmaschine. Der vermeintliche Diamantenschädel steht für die Illusion,
materieller Besitz könne vor Vergänglichkeit schützen.
Die Komödie der Girlanden
Die roten Luftgirlanden aus dem
Pistolenlauf sind bittere Ironie. Sie stammen von Festen, hängen hier aber
schlaff und staubig. Die Feierlichkeit wird zur Farce. Dieses Element
dokumentiert, wie unsere Gesellschaft den Tod behandelt: Sie versucht, ihn zu
schmücken, zu dekorieren, zu „feiern". Begräbnisse werden zu Events. Die
Girlande zeigt die Grenze dieses Versuchs.

Der Wattepilz: Destruktion als Handarbeit
Der Atompilz aus Watte statt Uran
oder Feuer führt die apokalyptische Symbolik ad absurdum. Die größte
Zerstörungskraft wird zum Bastelprojekt. Wir haben den Atomkrieg domestiziert –
kein Ernstfall mehr, sondern kulturelles Muster. Die Watte macht die Gefahr harmlos
und damit gefährlicher.
Analytische Dimensionen
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Ebene
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Symbolik
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Kritik
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Technologisch
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Hygiene-Ideologie als Waffe
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Reinigung wird zur Zerstörung
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Materiell
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Vermeintliche Diamanten
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Wert als Illusion
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Festivell
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Luftgirlanden
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Konsumierte Trauer
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Apokalyptisch
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Watte-Atompilz
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Domestizierte Gefahr
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Schlussfolgerung
Die Zerstörung kommt nicht von außen,
sondern wächst aus dem System selbst. Unsere Obsession nach Reinheit durch
Technologie, Ewigkeit durch Besitz und Sinn durch Konsum produziert ihre
eigenen Ruinen. Die Diamanten reflektieren nichts, denn es gibt keinen Spiegel.
Der Wattepilz wächst, weil die Watte gesättigt ist mit unseren Ängsten.
Frage an den Betrachter:
Wenn die Reinigungswaffe zum
Mordwerkzeug wird und der Atompilz aus Watte gefertigt ist – wer ist
verantwortlich für die Ausbreitung dieser Symbole?
Kuratorenvermerk:
Dokumentierte Phänomene mit theoretischen Rahmenbedingungen ohne
normative Positionierung. Der Betrachter entscheidet über die Relevanz.

Biografie:
Bernhard Gwiggner wurde 1963 in Wörgl geboren. Er studierte
Kunsterziehung an der Universität Mozarteum Salzburg sowie Bildhauerei an der
Akademie der bildenden Künste in Wien. Ab 1994 war er als Assistent für
Bildhauerei an der Universität Mozarteum Salzburg tätig; 2017-20 mit einer
Professur am Standort Innsbruck. Seit seiner Habilitation 2022 leitet er die
Bildhauereiklasse am Mozarteum in Salzburg.
Gwiggner erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen, darunter
Auslandsaufenthalte in Rumänien, den USA, Bulgarien, China und Frankreich sowie
1993 den Max-Weiler-Preis. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen im
In- und Ausland zu sehen, unter anderem im Salzburger Kunstverein, in der
Stadtgalerie Salzburg sowie international in China. Auch im öffentlichen Raum
hat er bereits mehrfach gearbeitet, etwa mit temporären Interventionen am
Kajetanerplatz, im Kurpark von Salzburg und in Neumarkt am Wallersee.
www.gwiggner.com
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