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Flo Scheimpflug
Jahresthema "Wolkenhaupt"

Februar 2026

flo                   

Titel: “ÜBERflüssig” 2026
Technik: Mischtechnik, Materialbild auf Holz, 120 x 80 cm

ueberfluessig

Biografie:
Geboren 1977
Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Wien
Kletterer, Schreiber, Filmemacher
Lebt und arbeitet in Hallein


Beschreibung:

Was hat ein analog gestaltetes Bild einem digitalen voraus?

Diese Frage stellt sich mir immer wieder angesichts der allgegenwärtigen digitalen Bilderflut, die unsere Wahrnehmung ebenso prägt wie unser Weltverständnis. Lässt sich zwischen dem Analogen und dem Digitalen eine Brücke schlagen?

In dieser Arbeit aus der Superflux-Serie (von lateinisch: superfluus = überflüssig) verwende ich einerseits Holzstücke, die ich an unterschiedlichen Orten in Hallein gefunden habe, andererseits Rückstände und Überbleibsel aus meinem eigenen Malprozess. Streng genommen handelt es sich dabei um Abfälle – Dinge, die keinen Nutzen mehr zu haben scheinen, weil sie aus ihrem ursprünglichen Kreislauf ausgeschieden sind.

Am Medium Holz interessiert mich vor allem seine Fähigkeit, Spuren aufzunehmen: physische Einschreibungen aus anderen Zusammenhängen, Erinnerungen, die im Material gespeichert bleiben.

In den Arbeiten der Superflux-Serie überführe ich diese Materialien in den Kontext des Bildhaften. Sie erhalten eine neue Bestimmung, während die Spuren ihres bisherigen Lebens – Beschriftungen, Farbreste, Verwitterung – oft unverändert erhalten bleiben und zu aktiven Elementen der Darstellung werden.

Meine Arbeitsweise verläuft in mehreren Etappen. Der erste Schritt ist ein „archäologischer“: das Finden. Im zweiten, dem „chirurgischen“, werden die Holzstücke geschnitten, zerlegt. Der dritte Schritt ist das neu Assemblieren der Einzelteile.

bildausschnitt ueberfluessig 
In diesem Neu-Arrangement versuche ich, eine Brücke vom analogen Bild zum digitalen zu schlagen - über den „Glitch“. Ein „Glitch“ ist ein kurzzeitiger, oft unvorhergesehener Fehler in digitalen Systemen, der zu visuellen Verzerrungen führt. Diese Bild-Störungen besitzen eine eigene Ästhetik, die an tektonische Verschiebungen erinnert. Interessant dabei: obwohl der Glitch das Bild sabotiert, es bisweilen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, ist er immer noch Bild. Ein rein selbst-referentielles Anti-Bild. 

Ein Bild, das aufgrund eines Fehlers („Glitch“) nicht zeigt, was es zeigen soll, und Materialien oder Gegenstände, die nicht mehr das tun, wofür sie gedacht waren – diese beiden verwandten Momente treten in den Arbeiten der Superflux-Serie in Dialog miteinander und beantworten die Frage, wie das Digitale und das Analoge miteinander verwoben werden können.

Weitere Arbeiten: @flo_scheimpflug